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Reise-Blog Usbekistan

Reisebericht: Katja unterwegs im Iran

Der Iran – ein Land, das mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hat und von dem wir nicht so viel wissen, doch jeder Reisende begeistert zurückkehrt. Woran liegt das nur? Was steckt wirklich hinter dem Land, das wir oftmals nur aus den Nachrichten kennen? Ich mache mich auf die Reise in den Iran und bin sehr neugierig, was mich dort erwartet, wem ich begegne und welche Erinnerungen ich mit nach Hause nehme.

Irans moderne Hauptstadt Teheran

Meine Reise beginnt in der Hauptstadt Teheran, die mich mit sehr viel Smog zur Rush Hour am späten Nachmittag begrüßt. Vielleicht ist die Luft hoch oben im Milad Tower (435 m) besser. Vom Drehrestaurant (276 m) jedenfalls habe ich einen super Ausblick auf die Größe Teherans und das Elburz-Gebirge. Gleich zu Beginn meiner Iranreise bin ich sehr überrascht, wie modern, weltoffen und sauber sich der Iran zeigt. Ob das wohl so bleibt, frage ich mich.    

In Teheran habe ich noch Zeit den Golestan-Palast, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, zu besuchen, mich auf dem Großen Basar gemäß islamischer Vorschriften einzukleiden, mit der U-Bahn zu fahren, um dabei über die Verkäufe von z.B. Unterwäsche im Damenabteil zu staunen sowie den Jamshidiyeh-Park zu erkunden, um zwischen Bäumen, Pflanzen und Felsen ein Stück Natur in der Weltstadt zu genießen.

Iran - Hauptstadt TeheranIran - Hauptstadt TeheranIran - Hauptstadt TeheranIran - Hauptstadt TeheranIran - Hauptstadt TeheranIran - Hauptstadt Teheran

Traditionelles Kashan

Südlich vom Stadtkern Teherans liegt der Friedhof Behesht-e Zahra, wo ich auf dem Weg nach Qom einen Zwischenstopp einlege. Hier ruhen neben bekannten Künstlern auch die Toten der islamischen Revolution und die im Iran-Irak-Krieg gefallenen Soldaten.
Angekommen in Qom spüre ich sofort, dass es sich um einen sehr religiösen Ort handelt. Das Straßenbild wird von vielen schiitischen Geistlichen und Frauen in schwarzer Burka geprägt. Die Grabmoschee Fatemeh Masumeh ist das zweitwichtigste schiitische Heiligtum Irans, das ausschließlich für Muslime zugänglich ist. Qom ist aber auch bekannt für die Spezialität Sohan (karamellisierter Keks mit Honig, Pistazien, Sesam und Safran) – ein leckerer Wegbegleiter für die Autofahrten.     

Weiter in Richtung Süden erreiche ich nun Kashan. Diese Stadt ist neben der Herstellung von Rosenwasser und Teppichindustrie auch für die Lehmziegelkuppelbauten des Basars sowie der traditionellen Bürgerhäuser bekannt. Daher besuche ich die sehr gut erhaltenen Häuser Abbasian und Tabatabai. Eine großzügige Bauweise, florale Fresken, Spiegelfacetten- und Stuckarbeiten sind die Ausstattungsmerkmale der vielen Bürgerhäuser in Kashan. Auch das Hamam-e Soltan Mir Ahmad ist sehr beeindruckend, ein Badehaus aus safawidischer Zeit (vor ca. 400 Jahren).

Einen Moment der Ruhe finde ich auf einem Dach mit Blick über die lehmfarbenen Gewölbe und Kuppeln sowie Windtürme. Hier verweile ich bis zur Dämmerung und bin froh in der Nebensaison zu reisen.

Iran - Kashan PanoramaIran - Kashan PanoramaIran - Kashan PanoramaIran - Kashan PanoramaIran - Kashan PanoramaIran - Kashan Panorama

Erlebnisse in Isfahan

Auf dem Weg nach Isfahan zeigt mir mein Reiseleiter noch das Dorf Abyaneh. Dort fühle ich mich in eine andere Zeit versetzt, denn die Bewohner tragen traditionelle – im Vergleich zu den Tagen zuvor – schon fast bunte Kleidung. Es wirkt ein bisschen mittelalterlich und damit sehr konträr zu dem, was ich bisher gesehen habe und noch sehen werde. Bei einem Spaziergang durch die Gassen treffen meine Blicke auf neugierige die einer Familie, so dass wir gemeinsam für ein Foto als Erinnerung posieren. Danach erreiche ich einen Hügel, von dem ich einen herrlichen Blick auf die rotbraunen Lehmziegelhäuser habe, die sich stufenartig im Hang aneinanderreihen.  

In Isfahan merke ich wieder, dass ich im heutigen Iran bin – es wirkt schon fast kosmopolitisch: Geselligkeit, Gelassenheit, Coffee Shops, Musik, Freizeitpark. Ich besuche den sehr gepflegten Imam-Platz, ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe. Der Platz wird von der imposanten Imam-Moschee, der schönen Lotfullah-Moschee, dem Ali-Qapu-Palast sowie vom Großen Basar umrahmt. Pferdekutschfahrten rund um den Platz werden auch angeboten und sollen vielleicht an die Polo-Spiele in safawidischer Zeit erinnern.

Iran - Naqshe Jahan Square in IsfahanIran - Naqshe Jahan Square in IsfahanIran - Naqshe Jahan Square in IsfahanIran - Naqshe Jahan Square in IsfahanIran - Naqshe Jahan Square in IsfahanIran - Naqshe Jahan Square in Isfahan

Gegen Abend mache ich mich auf zum Aussichtsberg Sofeh. Viele Einheimische scheinen die gleiche Idee zu haben, so dauert nicht nur die Parkplatzsuche entsprechend lang, sondern auch das Anstehen um mit der Gondel hinauf zu fahren. Die Wartezeit wird aber durch ein Gespräch mit zwei Iranerinnen, die ihre Englischkenntnisse üben möchten, verkürzt. Die Parkanlage rund um die Gondelstation ist sehr beliebt bei Familien, die zum Picknick bis spät in die Nacht dorthin kommen. Eine tolle Atmosphäre! Das Warten wird mit einem weiten Blick über das Stadtgebiet belohnt.

Der nächste Tag startet mit persischer Architektur bei einem Besuch der Jame-Moschee, ebenfalls ein Weltkulturerbe, gefolgt von armenischer Architektur der Vank-Kathedrale im Stadtteil Julfa. Im armenischen Viertel kehre ich in ein Café zur Geschichtsstunde mit meinem Reiseleiter ein. Die sehr individuelle, puristische Inneneinrichtung mit einigen Designelementen erinnert an Szene-Cafés in europäischen Hauptstädten. Und auch der leckerste Schokoladenkuchen überhaupt, macht es nicht leichter mich auf König Darius I. und das achämenidische Weltreich zu konzentrieren. Wenn ich nicht die wunderschöne Sprache farsi um mich herum hören würde, würde ich fast vergessen, dass ich im Iran bin. 

Iran - Straßenküche in IsfahanIran - Straßenküche in IsfahanIran - Straßenküche in IsfahanIran - Straßenküche in IsfahanIran - Straßenküche in IsfahanIran - Straßenküche in Isfahan

Mein Highlight jedoch sind die Besuche bei den zahlreichen Brücken von Isfahan. Die Brücke Si-o-se Pol ist 360 m lang und 14 m breit und bietet mit ihren 33 Bögen und dem Flussbett des Zayandehrud-Flusses ein schönes Fotomotiv, besonders zur Dämmerungszeit. Viele Iraner flanieren entlang der Brücke und treffen sich für einen Plausch mit Freunden. Ein ähnliches Schauspiel erlebe ich bei der zweigeschossigen Khaju-Brücke. Hier versammeln sich die Einheimischen unter den Brückenbögen zum Musizieren (ohne Instrumente), sei es abwechselnd im Chor oder Solo. Die Gesänge der iranischen Männer und die Akustik vermitteln Gänsehaut pur. Ich fühle mich wie an einem lauen Sommerabend in Südeuropa. Der Beifall zeigt, dass es nicht nur mir gefällt. Auf einer umliegenden Treppe wird auch gesungen, doch leider gefällt es der Sittenpolizei nicht, so dass sich plötzlich das Getummel auflöst und einige Leute befragt werden.

Es ist an der Zeit eine andere Richtung für meinen Abendspaziergang einzuschlagen. So probiere ich Vanilleeis mit Karottensaft – eine willkommene Erfrischung und sehr beliebt bei den Einheimischen.    Eine weitere beliebte Freizeitbeschäftigung der Iraner ist der Besuch von Freizeitparks. Somit fahre auch ich mit dem einen oder anderen Karussell und fühle mich mal wieder in eine andere Zeit versetzt. Es ist einfach so schön hier zu sein.

Iran - Si-o-se Pol-Brücke in IsfahanIran - Si-o-se Pol-Brücke in IsfahanIran - Si-o-se Pol-Brücke in IsfahanIran - Si-o-se Pol-Brücke in IsfahanIran - Si-o-se Pol-Brücke in IsfahanIran - Si-o-se Pol-Brücke in Isfahan

Durch die Wüste nach Yazd

Von Isfahan aus geht es in südöstlicher Richtung über Nain, Chak Chak und Meybod nach Yazd. Besonders die Fahrt nach Chak Chak, eine zarathustrische Pilgerstätte, werde ich nicht vergessen. Die unglaubliche Weite der Wüste mit ihrer ganz eigenen Vielfalt versetzt mich immer wieder ins Staunen, so dass ich oft Fotostopps einlege und die Einsamkeit mit allen Sinnen aufnehme. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Landschaften mich so mitreißen. Und dann endet die Straße mitten im Berghang bei Chak Chak. Zu Fuß geht es in der Hitze weiter hinauf zum modernen Feuertempel. Der Legende nach fand die Königstochter Nikbanu hier Zuflucht nach der arabischen Eroberung.

Iran - Katja bei Chak ChakIran - Katja bei Chak ChakIran - Katja bei Chak ChakIran - Katja bei Chak ChakIran - Katja bei Chak ChakIran - Katja bei Chak Chak

Die Wüstengroßstadt Yazd

Am Stadtrand von Yadz befinden sich die ehemaligen Schweigetürme der Zoroastrier, die ich genau zur richtigen Zeit erreiche um hier den Sonnenuntergang zu genießen. Die vielen Windtürme und Kuppeln der Wüstengroßstadt sehe ich von dort aus aber nicht. Daher begebe ich mich am nächsten Tag wieder auf ein Dach und überblicke die ganze Stadt. Außerdem besuche ich die Jame-Moschee, in der ich mich erst einmal akklimatisieren kann, denn Yadz ist für mich der heißeste Ort während meiner Reise im Juni.            

Etwas Schatten kann ich auch im sehenswerten Dowlatabad-Garten erhaschen. Auf dem Perserteppich im Coffee Shop tanke ich Energie und erhalte eine weitere Lektion zur Geschichte des Persischen Reiches.  

Anschließend bin ich zu Gast in einem Zurkhaneh, in dem die traditionelle Kampfsportart geübt wird. Der Takt wird durch Schlagen einer Trommel von dem Morshed (Meister) vorgegeben. Teilweise werden auch religiöse Texte und Hafis-Gedichte zitiert.

Iran - ehemalige Schweigetürme vor YazdIran - ehemalige Schweigetürme vor YazdIran - ehemalige Schweigetürme vor YazdIran - ehemalige Schweigetürme vor YazdIran - ehemalige Schweigetürme vor YazdIran - ehemalige Schweigetürme vor Yazd

Reise in die Vergangenheit des Iran

Während meiner Reise tauche ich immer wieder in die Geschichte Persiens ein. Somit dürfen Pasargadae mit dem Kyrus-Grab, Nekropolis (Naqsh-e Rostam) mit dem imposanten Felsrelief und der Grabkammer von König Darius I. sowie Persepolis als weiteres UNESCO Weltkulturerbe auf meiner Reise nicht fehlen.  

Mein Reiseleiter stammt aus Shiraz und zeigt mir seine Stadt voller Stolz. Doch bevor wir uns den Sehenswürdigkeiten widmen, muss ich unbedingt eine typisch iranische Nachspeise probieren, die auch in Shiraz ihren Ursprung hat: Faloodeh bestehend aus Vermicelli Nudeln vermischt mit semi-gefrorenen Sirup aus Zucker und Rosenwasser. Sehr erfrischend an heißen Tagen wie diesen!  

Auch in Shiraz gibt es wieder eine Verbindung zu Europa, genauer gesagt nach Weimar. Zwischen den beiden Städten gibt es einen Städte-Freundschaftsvertrag aufgrund der berühmten Dichter Hafis und Saadi, deren Mausoleen ich in Shiraz besuche. Jetzt wünsche ich mir farsi lesen und verstehen zu können.

Iran - Felsrelief Naqsh-e RostamIran - Felsrelief Naqsh-e RostamIran - Felsrelief Naqsh-e RostamIran - Felsrelief Naqsh-e RostamIran - Felsrelief Naqsh-e RostamIran - Felsrelief Naqsh-e Rostam

Außerdem besichtige ich den Schrein Imamzadeh Ali ebne Hamze, in dem alle Innenflächen mit Spiegelmosaiken wunderschön ausgeschmückt sind sowie das Shah-Cheragh-Heiligtum mit dem drittheiligsten Schrein der Schiiten im Iran. Der Sarkophag wird von einer silbernen Zarih-Gitterverkleidung geschützt. In der Nasr-ol-Molk-Moschee ist je nach Sonneneinstrahlung ein besonders schönes Lichtspiel in der Gebetshalle aufgrund der bunten Glasfenster zu beobachten. Vorherrschend sind die rosafarbenen Fliesen und daher wird sie auch pinke Moschee genannt. Der Naranjestan-Garten (Garten der Orangenbäume), der Eram Garten (Paradies-Garten) und die Festung Karim Khan sind ebenso sehenswert.

Meine Zeit in Shiraz neigt sich dem Ende zu, so dass ich mir noch die Vakil-Moschee zeigen lasse, deren südliche Gebetshalle 48 Marmorsäulen mit Akanthuskapitellen, die spiralförmig reliefiert sind, enthält. Auch die vierzehnstufige Mimbar ist aus einem Marmorblock gefertigt. Shiraz hat also viel zu bieten und beeindruckt mich mit wunderschöner Architektur.

Im Geschäft Tafreshi Nuts kann ich mich bei der großen Auswahl kaum entscheiden, welche Geschmacksrichtung an Pistazien und Nüssen ich als Mitbringsel kaufen soll. Aber eines steht fest: Safran ist ein absolutes Muss für den Einkaufskorb.
Zum Abschluss meiner Iran-Reise erklimme ich 650 Stufen hinauf zu dem kleinen Kuppelgebäude Gavare-ye Did und blicke auf Shiraz bei Nacht. Ein toller Moment, in dem ich die letzten Tage Revue passieren lasse und mich von Persien verabschiede.

Shiraz - Nasr-ol-Molk-Moschee

Fazit: Eine Reise in den Iran beantwortet viele Fragen, lässt aber auch neue Fragen aufkommen, die wohl nie ganz geklärt werden können. Viele Momente auf meiner Reise wirken authentisch und vermitteln gleichzeitig eine Sehnsucht nach Freiheit. Moderne und Tradition scheinen sich zu ergänzen. Und genau dadurch ist es so leicht sich im Iran wohl zu fühlen.  

Mein Tipp: Bei einer Reise in der Nebensaison sind nur wenige ausländische Touristen unterwegs, so dass man grandiose Landschaften, orientalische Stadtbilder und atemberaubende Architektur fast für sich allein hat und noch individueller reist.

Iran hautnah erleben? Katja plant gerne eine unvergessliche und ganz individuelle Iran Rundreise für Sie. Kontaktieren Sie Katja per Telefon: 089 127 091 139 oder per E-Mail: katja(at)asienteam.de


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